Wenn Brot krank macht
Unser täglich Brot gib uns heute: Wer unter Zöliakie leidet, wird diese Zeile des Vaterunsers gewiss nicht wörtlich nehmen. Die Krankheit macht das Grundnahrungsmittel zu einem schwer verdaulichen Schadstoff. Schuld ist eine genetisch bedingte, allergieartige Reaktion auf Gluten. Dieser Eiweißstoff kommt in Weizen, Gerste und Roggen vor, außerdem in den daraus hergestellten Speisen: zum Beispiel Brot, Nudeln, Pfannkuchen, Mehlspeisen und Gebäck.
Unerkannte Zöliakie hat schwere Auswirkungen
Wird der Organismus mit dem unverträglichen Gluten belastet, führt das zu Veränderungen der Darmschleimhaut, in der Folge zu Mangelernährung. Zunächst können Unwohlsein, Magen-Darm-Beschwerden, Gewichtsverlust und mangelnde Leistungsfähigkeit auftreten. Langfristig drohen bei Kindern Wachstums- und Entwicklungsstörungen sowie für alle Betroffenen ein höheres Risiko für Krebs und Autoimmunkrankheiten. Die gute Nachricht: Wird die Zöliakie erkannt und eine glutenfreie Kost eingehalten, bildet sich die gestörte Darmfunktion ohne bleibende Schäden zurück. Die schlechte Nachricht: Von den heute 300.000 bis 800.000 Betroffenen in Deutschland wird nur jeder Zehnte richtig diagnostiziert und behandelt.
Vorbeugen – besonders bei Kindern
Selbst im Alter von 18 Jahren wissen mehr als die Hälfte der Betroffenen noch nichts von ihrer Krankheit, weil die Symptome allgemein oder irreführend sind: Missmut und schulische Leistungsschwäche führen eher zum Psychologen als zum Arzt. Auch hinter Hautausschlägen, ständiger Gereiztheit, Milchzuckerunverträglichkeit, Bewegungsstörungen, neurologischen Erkrankungen und sogar hinter Unfruchtbarkeit kann eine Zöliakie stecken. Gerade um Kinder vor den Folgen einer unerkannten Zöliakie zu schützen, empfiehlt sich eine Laboruntersuchung. Neu entwickelte labormedizinische Verfahren können andere Methoden wie Endoskopie und Gewebeproben weitgehend ersetzen.
Studien zeigen: Etwa 15 Prozent der Patienten, die an neurologischen Erkrankungen mit unbekannter Ursache leiden, sind in Wirklichkeit an Zöliakie erkrankt.
Empfehlung
Einmalige vorbeugende Untersuchung von Kindern und Erwachsenen. Bei positivem Befund regelmäßige Kontrollen als Begleitung der Therapie (Kassenleistung).
Benötigt:
Eine Blutentnahme.
Stichwort für Ihr Arztgespräch:
Zöliakie-Diagnose durch serologische Tests.

