Vorsicht, Knochenschwund!
Personen mit genetischer Anlage für Laktose-Intoleranz weisen eine um 7 bis 10 Prozent geringere Knochendichte auf als der Durchschnitt der Bevölkerung. Und sie erleiden fast doppelt so häufig schwere Knochenbrüche als Personen ohne genetische Laktose-Intoleranz, wie neuere Studien zeigen. Dabei treten diese Folgeerscheinungen insbesondere bei jenen Betroffenen auf, die von ihrer Krankheit gar nichts wissen. Denn: Wem nicht bewusst ist, dass er auf Milchprodukte verzichtet, kann auch nicht gegensteuern, indem er vermehrt alternative Kalziumquellen nutzt. Das kann schwerwiegende Folgen haben, insbesondere Osteoporose.
Was genau passiert

- Kalziumquelle Broccoli: Außer in Milch ist der wichtige Nährstoff zum Beispiel in einigen Gemüsesorten enthalten.
Laktose, also Milchzucker, kommt in Kuhmilch vor. Damit dieser Zucker im Dünndarm aufgenommen werden kann, muss er in zwei Teile gespalten werden: Glukose und Galaktose. Normalerweise ist das Enzym Laktase für diese Spaltung zuständig, das sich in der Dünndarmschleimhaut befindet. Menschen, die an Laktose-Intoleranz leiden, haben einen Mangel am Enzym Laktase und können Milchzucker deshalb nicht mehr in seine Einzelbestandteile zerlegen. Der Milchzucker bleibt im Darm, bindet Wasser und es kommt zu Durchfall. Zusätzlich vergären Darmbakterien den ungespaltenen Zucker, wodurch Blähungen und Bauchschmerzen entstehen.
Wussten Sie`s?
Alternative Kalziumquellen nutzen: Besonders geeignet sind dafür Mineralwasser, das mindestens 500 Milligramm Kalzium pro Liter enthalten sollte, oder Gemüsesorten, die viel Kalzium enthalten, wie Broccoli oder Grünkohl. Darüber hinaus kann die Einnahme von Kalziumpräparaten sinnvoll sein.

