Krebsursache: Helicobacter pylori

- Blinder Passagier im Bauch: Das Bakterium Helicobacter pylori gilt als Auslöser für Entzündungen im Magen und Zwölffingerdarm.
Es klingt paradox: Obwohl Helicobacter pylori extrem säureempfindlich ist, fühlt es sich im sauren Umfeld des Magens am wohlsten. Das Bakterium entgeht den zerstörerischen Verdauungssäften, indem es sich in der Magenschleimhaut einnistet. Dort bildet es zum Selbstschutz das Enzym Urease. Dieses Enzym greift in den Stoffwechsel der Schleimhautzellen ein und regt die Produktion von Magensäure an. Die mögliche Folge: Entzündungen bis hin zu Krebs. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn eine zusätzliche Schwächung der Magenschleimhaut vorliegt – beispielsweise durch häufigen Alkoholgenuss, Rauchen, regelmäßige Medikamenteneinnahme oder Stress. Auch wer gerne und häufig salzreiche und gebratene Speisen zu sich nimmt, sollte besonders vorsichtig sein.
Gut zu behandeln
Es ist heute leicht herauszufinden, ob man mit Helicobacter pylori infiziert ist: mittels einer Stuhlprobe. Wird der „Magenteufel“ entdeckt, wie Helicobacter pylori selbst in seriösen medizinischen Studien genannt wird, kann man ihn in der Regel zuverlässig austreiben: Eine Behandlung mit der Kombination dreier Medikamente macht 90 Prozent der Helicobacter-Kolonien den Garaus. Geschwüre und chronische Entzündungen heilen meist rasch ab. Eine wesentliche Ursache für Magenkrebs ist beseitigt.
Einfach, schnell, sicher
Die modernen Testmethoden machen den Nachweis von HP einfach, schnell und sicher. Eine unangenehme Magenspiegelung ist nicht notwendig. Das ist nicht nur für Kinder von großem Vorteil. Als Vorsorgemaßnahme ist der HP-Test eine individuelle Gesundheitsleistung, deren Kosten der Patient derzeit selbst zu tragen hat. Nach einer Behandlung dient der Labortest der Therapiekontrolle und wird auch von den gesetzlichen Kassen erstattet. Dann gibt er Aufschluss darüber, ob das Bakterium vollständig verschwunden ist.
Wussten Sie`s?
Am 5. Mai 1821 starb Napoleon mit nur 51 Jahren auf der Atlantikinsel St. Helena – an Magenkrebs. Trotzdem hielten sich viele Jahrzehnte Gerüchte, Napoleon sei mit Arsen vergiftet worden. Doch für ein internationales Forscherteam steht inzwischen fest: Der ehemalige Kaiser wurde nicht vergiftet, sondern starb tatsächlich an Magenkrebs. Das tödliche Karzinom, so die Forscher, sei die Folge einer Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori gewesen.

