Neuartiger Test vermeidet unnötige Biopsien
Erhöhte PSA-Werte weisen nicht ausschließlich auf ein Prostatakarzinom hin, sondern kann auch durch gutartige Erkrankungen entstehen. Bis zu drei Viertel aller Männer, bei denen aufgrund eines PSA-Tests Krebsverdacht bestand, leiden nicht an Krebs. Ganz besonders im Graubereich von 4 bis 10 ng/ml kann der PSA-Wert nicht zwischen einer gut- und bösartigen Veränderung unterscheiden. Im Regelfall wird sich der Arzt zur Sicherheit in dieser Situation für die Entnahme von Gewebeproben (Biopsie) entscheiden. Der neuartige PCA3-Test kann allerdings unnötige Biopsien vermeiden.
Entscheidungshilfe

- Deutlich weniger belastend als eine Biopsie: Der PCA3-Wert sorgt für mehr Sicherheit in der Prostatakrebs-Vorsorge.
Eine Biopsie ist für den Patienten mit Schmerzen verbunden. Da nur sehr wenig Gewebe entnommen wird, werden zudem nicht alle Karzinome erkannt. Fällt das Testergebnis negativ aus, muss der Arzt eine Entscheidung fällen: Soll er erneut Gewebe entnehmen oder kontrolliert warten? Dabei steht er vor einem Dilemma: Einerseits werden zu viele Patienten mit gutartigen Veränderungen biopsiert, andererseits schließt eine negative Biopsie Prostatakrebs nicht sicher aus. Der neuartige PCA3-Test bietet jetzt einen Ausweg.
Erleichterte Diagnose
Der PCA3-Test ist kein Ersatz für die Biopsie. Er stellt aber ein wesentliches Kriterium dar, wann eine Biopsie erfolgen soll. Erhöhte Werte deuten klar auf das Vorhandensein von Krebszellen hin. Niedrige Werte machen dies unwahrscheinlich. Damit erhalten Arzt und Patient mehr Sicherheit bei der Entscheidung, ob eine schmerzhafte Gewebeentnahme notwendig ist oder nicht. Die Zahl unnötiger Biopsien lässt sich deutlich reduzieren. Sie wollen selbst vorsorgen? Eine ausreichende Versorgung mit Nährstoffen kann helfen, das Risiko für Prostatakrebs zu verringern.
Im Detail
Mit dem PCA3-Test ist zum ersten Mal ein zusätzlicher molekulargenetischer Test in der anspruchsvollen Patientenversorgung verfügbar. Zuerst wird durch den Arzt die Prostata abgetastet. Im Anschluss wird etwas Urin gewonnen, der mobilisierte Prostatazellen enthält. Im Labor wird das Material von besonders ausgebildetem Personal im PCA3-Test untersucht. Im Urin des Patienten wird nach Spuren des Gens PCA3 gesucht. Dieses Gen ist ausschließlich in der Vorsteherdrüse (Prostata) aktiv. Wenn Prostatazellen entarten, ist die Aktivität 60- bis 100-fach höher als bei gesundem Prostatagewebe.

