Medikamente können helfen
Keinesfalls müssen Paare bei unerfülltem Kinderwunsch sofort an eine künstliche Befruchtung denken. Die Diagnoseuntersuchungen können dem behandelnden Gynäkologen Wege aufzeigen, wie sich eine Schwangerschaft mit möglichst geringem Aufwand doch noch einstellen kann. Im Fall einer nur geringen Hormoneinschränkung der Frau und bei unauffälligem Spermiogramm des Mannes kann der Zyklus medikamentös unterstützt werden. Man spricht dann von einer „konservativen Therapie“. Der gezielte Geschlechtsverkehr sollte dabei nach Ultraschallkontrolle zum optimalen Zeitpunkt erfolgen.
Den Spermien auf den Weg helfen

- Im Kinderwunschzentrum: Spezielle Therapien können helfen.
Bei leicht eingeschränktem Spermiogramm kann bei einigen Gynäkologen oder einem etablierten Kinderwunschzentrum eine sogenannte intrauterine Insemination (IUI) durchgeführt werden. Dabei wird die Samenprobe des Mannes im Labor aufbereitet und anschließend mit Hilfe eines dünnen Katheters in die Gebärmutter der Frau eingespült. Durch diese Technik wird der Weg der Spermien zur Eizelle verkürzt. Allerdings eignet sich diese Therapie nicht für alle Paare, und nur rund 10 bis 15 Prozent der auf diese Weise behandelten Frauen werden schwanger.
Beratung im Kinderwunschzentrum
Bei größeren Einschränkungen der Fruchtbarkeit bei einem der beiden Partner oder wenn der Erfolg auch nach mehr als einem Jahr ausbleibt, sollte ein Kinderwunschzentrum aufgesucht werden. Dabei handelt es sich um spezielle Praxen und Institute, die sich intensiv mit dem Thema ungewollte Kinderlosigkeit beschäftigen und die beispielsweise künstliche Befruchtungen durchführen.
Wussten Sie`s?
Sie sind nicht allein: Man schätzt, dass in Deutschland rund 1,5 Millionen Paare aus medizinischen Gründen ungewollt kinderlos bleiben. Nicht jedes von ihnen besucht ein Kinderwunschzentrum, doch kamen beispielsweise im Jahre 2003 insgesamt 2,6 Prozent aller Kinder nach Maßnahmen der Reproduktionsmedizin zur Welt.

