Künstliche Befruchtung
Eine mögliche Therapieform ungewollter Kinderlosigkeit stellt die sogenannte „künstliche Befruchtung“ dar, auch bekannt als In-vitro-Fertilisation (IVF). Bei dieser Behandlung werden der Frau Hormone verabreicht, die zum Heranreifen mehrerer Eizellen führen. Diese werden durch einen kleinen Eingriff entnommen und im Labor mit den Spermien des Partners befruchtet. Nach wenigen Tagen werden maximal zwei Embryonen in die Gebärmutter gesetzt.
Erfolgsrate wie bei natürlicher Empfängnis

- Künstliche Befruchtung: Diese Methode kann die letzte Möglichkeit darstellen, schwanger zu werden. (Aufnahme aus dem Kinderwunschzentrum Mittelhessen in Wetzlar)
Die Erfolgsrate dieser Methode entspricht mit ca. 30 Prozent etwa der Erfolgsrate der natürlichen Empfängnis. Sollte der erste Versuch negativ enden, dann kann die Therapie gegebenenfalls wenige Monate später wiederholt werden. Nach drei bis vier Versuchen sind dann in der Regel 50 bis 60 Prozent der Patientinnen schwanger geworden. Die Chance, dieses Ziel zu erreichen, ist allerdings von vielen Faktoren abhängig, allen voran vom Lebensalter der Frau. Nach dem 35. Lebensjahr verringert sich die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft zunehmend, was auch durch die Maßnahmen der künstlichen Befruchtung nicht ausgeglichen werden kann.
Fertilität sinkt im Alter
In der Bevölkerung wird die sogenannte Fertilitätsreserve, also die Möglichkeit, in höherem Alter schwanger zu werden, oft überschätzt. Doch bereits ab 30 Jahren ist es für viele Frauen nur mit Hilfe der Reproduktionsmedizin möglich, Nachwuchs zu bekommen. Der Rückgang der Fruchtbarkeit (Fertilität) ist in erster Linie die Folge der altersabhängigen Abnahme der Eizellreserve. Weitere Risikofaktoren, wie Übergewicht oder starkes Rauchen, reduzieren darüber hinaus die Erfolgsaussichten. Per „Fertilitäts-Check“ lässt sich abschätzen, wie groß die Fertilitätsreserve einer Frau ist.
Empfehlung
Ermittlung der Fertilitätsreserve bei vorhandenem Kinderwunsch, auch als Verlaufskontrolle möglich, um den „letzten“ passenden Moment nicht zu versäumen.
Fertilitäts-Check:
Bestimmung des Anti-Müller-Hormons (AmH) und des follikelstimulierenden Hormons (FSH), Ultraschalluntersuchung (Follikelanzahl).
Stichwort für Ihr Arztgespräch:
Fruchtbarkeit, Fertilitätsreserve, Anti-Müller-Hormon.

