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Substanzverlust im Knocheninnern

Poröse Struktur: Ohne Belastung baut sich Knochensubstanz langsam ab (im Bild unten).

Die sprichwörtlich harten Knochen sind zwar sehr widerstandsfähig, aber keineswegs unveränderlich. Wie jedes lebende Gewebe erneuern sie sich ständig. Dabei überwiegt in Kindheit und Jugend der Aufbau, das Skelett wächst. Danach halten sich Zuwachs und Abbau die Waage, und ungefähr ab 35 überwiegt der Abbau. Die Knochensubstanz nimmt allmählich ab. Die Größe der Knochen bleibt dabei gleich, doch ihre Struktur ändert sich: Sie verlieren an Festigkeit. Meist unbemerkt wird so das Tragegerüst unseres Körpers immer instabiler, und die Gefahr von Knochenbrüchen steigt. Oft trifft es bei Stürzen typische Stellen wie Wirbel, Unterarme oder Handgelenke. Besonders häufig und gefürchtet sind Oberschenkelhalsbrüche bei älteren Menschen. Mehr als 150.000 Senioren jährlich erleiden bei uns einen solchen Bruch, der sie nicht selten zu Pflegefällen macht.

Nicht nur Frauen und Alte

Über die Osteoporose kursieren einige Irrtümer:

  • 1. Irrtum: Osteoporose ist eine Frauenkrankheit. Auch wenn die gängigen Assoziationen zu Knochenschwund häufig noch auf Frauen zielen (man denke nur an den sprichwörtlichen „Witwenbuckel“), sind doch in zunehmendem Maße auch Männer betroffen. Ein Viertel aller Patienten, die einen osteoporotischen Knochenbruch erleiden, ist heute männlich.
  • 2. Irrtum: Osteoporose betrifft nur alte Menschen. Schon bei den über 40-Jährigen sind 18 Prozent aller Frauen und immerhin 6 Prozent aller Männer von Osteoporose betroffen. Jenseits des 50. Lebensjahrs erleiden 38 Prozent der Frauen und 15 Prozent der Männer einen durch Osteoporose bedingten Knochenbruch.
  • 3. Irrtum: Junge Menschen brauchen sich um Osteoporose keine Sorgen zu machen. Schon bei den ganz jungen Erwachsenen kann ein Vitamin-D-Mangel zu Knochenerweichung führen. Mediziner sprechen hier von der Osteomalazie. Das Problem dabei: Osteomalazie bleibt häufig lange unerkannt, da sie zunächst schwer zuordenbare Symptome zeigt. Die Betroffenen klagen über Müdigkeit und allgemeine Schwäche, später auch über „rheumatische“ Beschwerden.

Oft werden diese Zeichen nicht wahrgenommen oder falsch interpretiert. Deshalb gilt die ärztliche Empfehlung: Bei anhaltenden Muskel- und diffusen Skelettschmerzen, die sich bei Belastung und Druck verstärken, sollten die laborchemischen Parameter des Knochenstoffwechsels getestet werden.

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Im Detail

Zu den Risikofaktoren für Osteoporose gehören:

  • Östrogenmangel bei Frauen nach den Wechseljahren
  • Testosteronmangel bei Männern
  • Vitamin-D-Mangel
  • Kalziumarme Ernährung
  • Bewegungsmangel
  • Einnahme von Cortisonpräparaten
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